Coogler erkundet die Ursprünge des Blues und eines Vampirschurken

Autor: Liam Jan 15,2026

Auf den ersten Blick präsentiert sich Ryan Cooglers Sinners als Vampirhorrorfilm, doch seine Brillanz liegt darin, das Mississippi der 1930er Jahre lebendig wiederauferstehen zu lassen und gleichzeitig die rohe Kraft der Bluesmusik – historisch als "Teufelsmusik" verdammt – zu nutzen, um sich in sein überwiegend afroamerikanisches Ensemble zu vertiefen. Michael B. Jordan liefert eine herausragende Doppelrolle als die Zwillingsbrüder Smoke und Stack.

"Jenseits seiner blutrünstigen Mythen pulsiert Sinners vor musikalischer Vitalität", bemerkt Eric Goldman in seiner glühenden IGN-Rezension. "Die Bluesauftritte von Sammie [Miles Caton] und der lokalen Legende Delta Slim (Delroy Lindo) in Smoke und Stacks Etablissement verankern eine umfassendere Betrachtung über die universelle Resonanz von Musik – sie verbindet Seelen über Generationen hinweg, oft unbewusst. Vampirführer Remmick (Jack O'Connell) bietet einen markanten Kontrapunkt: sein irisches Erbe webt keltische Volksmusik mit zunehmender Intensität in den Soundtrack ein."

Coogler stellt meisterhaft afroamerikanischen Blues und irische Volksmusiktraditionen parallel, um gemeinsame koloniale Traumata zwischen Menschen und Vampiren zu beleuchten. Beide Musikformen brechen in atemberaubenden Sequenzen aus, die, wie Goldman beobachtet, Sinners zu "musical adjacent" machen und demonstrieren, "wie Melodien die Zeit überdauern, um ihre Schöpfer zu verewigen."

In einem exklusiven Interview (der Klarheit halber redigiert) spricht Coogler über die musikalische Seele von Sinners, entscheidende Filmszenen und warum der Vampirantagonist Remmick für ihn persönlich eine ähnliche Bedeutung hatte wie Black Panther's Killmonger.

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IGN: Wie definiert Bluesmusik diese Welt und ihre Charaktere?

Ryan Coogler: Es ist ein kompromissloses Feiern der Menschlichkeit – Fleisch und Geist sind untrennbar. Der Blues umarmt, was die Kirche oft ausklammert: Verlangen, Wut, Leid. Diese Musik entstand als Rebellion gegen generationenlange Unterdrückung, während sie die Schönheit im Kampf würdigt. Juke Joints wurden Zufluchtsorte, in denen Pächter die Sinnlichkeit zurückgewinnen konnten, die auf den Baumwollfeldern erstickt wurde.

IGN: Die Vampire vereinen unterschiedliche Hintergründe zu einer kollektiven Identität. Wie interpretieren Sie das?

Ryan Coogler: Ich überlasse es dem Publikum, Bedeutung in Remmicks Horde hineinzuprojizieren. Persönlich habe ich mich noch nie mit einem Schurken wie ihm identifiziert. Sein schockierendes rassisches Mitgefühl – die Identifikation mit denen, die er theoretisch jagen sollte – begeisterte mich kreativ. Vampire mitten in ihrer Verwandlung einzuführen, fühlte sich auch frisch an; wir erleben ihre Metamorphose, anstatt einem vorgeformten Coven zu begegnen.

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IGN: Die Juke-Joint- und Vampir-Musiksequenzen sind transzendent. Was inspirierte ihre Konzeption?

Ryan Coogler: Diese Szenen sind die These des Films. Blues und irischer Stepptanz entstanden beide als Akte des Widerstands – Kunstformen, die in der Unterdrückung geschmiedet wurden. Als Remmick, ein irischer Vampir, Verbundenheit mit der schwarzen Gemeinschaft von Clarksdale 1932 findet, forderte diese explosive kulturelle Kollision filmische Innovation. Wir wollten diesen Gänsehautmoment nachbilden, wenn Virtuosen die Erwartungen zerschmettern.

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IGN: Die Single-Take-Umsetzung des Juke Joints spiegelt die zeitlose Qualität der Musik wider. Wie kristallisierte sich diese Vision heraus?

Ryan Coogler: Beim Schreiben zeigte sich, dass Vampirismus allein keine Transzendenz vermitteln konnte. Dieses außerkörperliche Gefühl, wenn man Meisterschaft erlebt – "sie haben das Haus abgerissen" – erforderte eine Beugung der filmischen Sprache. Die Szene würdigt Juke Joints als Räume, in denen Vorfahren und Nachkommen durch perfekten Rhythmus kommunizieren könnten.

IGN: Die irische Folk-Sequenz beeindruckt ebenso durch ihre tonale Gegenüberstellung.

Ryan Coogler: Irische Musik setzt Kontraste wie Delta Blues als Waffe ein. "Rocky Road to Dublin" erzählt Tragödie mit mitreißender Energie – ideal für Vampire, die Monster anprangern, während sie selbst zu ihnen werden. Beide Kulturen vergraben Schmerz unter dem Tanz; ob trauernd oder widerstehend, die Antwort ist Feier.

IGN: Eine trotzige Party.

Ryan Coogler: Genau. Verschlüsselte Lieder, versteckte Bedeutungen – Remmick erkennt Seelenverwandte trotz oberflächlicher Unterschiede. Diese Erkenntnis elektrisierte unser gesamtes Team. Deshalb machen wir Filme.